Talsperre Quitzdorf D06-123

Berichte aus Quitzdorf

Größe: ca.686ha

Die Talsperre liegt westlich neben Niesky. Sie wurde 1974 in Betrieb genommen und ist eine Flachwassertalsperre. Ihren Namen erhielt sie von dem Dorf Quitzdorf, welches nach Abriss geflutet wurde und dessen Reste sich noch immer am Grund befinden. Die durchschnittliche Wassertiefe betragt bei Vollstau 2m bis 3m. Vor der Staumauer werden bis 6m Wassertiefe erreicht. Der Grund ist sandig, durchsetzt von Geröll und Muschelbänken. Auch dieses Gewässer kippt im Sommer oft um und den Blaualgen geht es dann prächtig. Die Angelstellen im Uferbereich sind immer schlechter zu erreichen und mann muss mitunter einen längeren Fußmarsch einplanen. Einige Uferabschnitte sind in privatem Besitz. Für das Betreten muss dort sogar bezahlt werden. Das Zelten und Feuer machen ist untersagt und wird auch kontrolliert. Das Angeln mit Köderfisch oder Fetzen ist erlaubt, ebenso wie das Bootsangeln, auch mit Elektromotor. Achtet auf die Sperrbereiche, sonst gibts Mecker vom Zuständigen. In Sachen Welsangeln ein sehr gutes Gewässer, obwohl es 2011 bei keinem so richtig mit einem Wels lief. Die Uferbereiche wachsen teilweise immer mehr mit Schilf zu,was die Angelstellen zwar ergiebiger, aber auch weniger werden lässt. Das Hochwasser 2010 hat einige Abschnitte sehr verändert und teilweise unbegehbar gemacht.

Der Welsbestand des Gewässers ist sehr erwähnenswert. Da das Wasser sich auf Grund seiner geringen Tiefe schnell erwärmt, pflanzen sich die Welse auch fort. Verfolgt man die letzten 10 Jahre, so ist deutlich zu sehen, dass die Fische deutlich an Länge und Gewicht zugelegt haben. Lag 2006 das durchschnittliche Maß der größeren Welse bei etwa 170cm, so kratzten 2010 viele an der 2m Marke. Da wir hoffen, die Tiere werden wieder zurückgesetzt, wären in einigen Jahren auch hier aussergewöhnliche Welse zu fangen.

Bei der Frage, wann das erste und wann das letzte mal Welse in Quitzdorf besetzt wurden, kommen Unklarheiten auf. Die Welse mit einer Länge von 190cm, die 2010 gefangen wurden, waren laut den Berechnungen 15 bis 16 Jahre alt. Das bedeutet erstens, diese Welse sind immer noch Kinder laut ihrer Alterserreichbarkeit. Zweitens bewohnen sie damit seit etwa 1994 das Gewässer. Nach mehreren Aussagen sollen aber bereits in den 80iger Jahren Welse besetzt worden sein. Diese müssten aber um ein ganzes Stück länger sein. Von Welsen bis 270 cm haben wir aber noch nie etwas glaubhaftes gehört. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Talsperre berichtete uns von einem größeren Fischsterben in den 90iger Jahren. Er versicherte uns, er selbst sei bei der Beseitigung der Fische beteiligt gewesen. Dabei habe er eigenhändig tote Welse in Mülltonnen verfrachtet und auf Grund der Länge einiger Fische, hätte der Schwanz noch oben herausgeschaut.

Ich habe dann mal eine Mülltone gemessen, danach wären damals tote Welse von etwa 130cm dabei gewesen. Würde ein Teil dieses Bestandes überlebt haben, müssten Welse mit weit über 2m Länge in der Talsperre leben. Diese Theorie könnte einen zweimaligen Besatz erklären. Für einen jeweils hohen Besatz spricht auch, das alle gefangenen großen Welse eines Jahres fast identische Längen haben. Aber ob das alles in der Vergangenheit wirklich so war, konnte ich bis heute noch nicht abschließend klären.

 

 

Den Fischen ein Stück näher.
Den Fischen ein Stück näher.

Nachdem die Talsperre in den letzten Jahren immer wieder mit Hochwassern zu kämpfen hatte, wurde nun im August der Wasserspiegel um etwa 80 cm abgesenkt. Viele Fischeinstände liegen nun auf dem Trockenen oder führen nur noch eine Hand breit Wasser.

 

 

Für die aktuellen Pegelstände der Talsperre, Bild anklicken.