Das Gute unter der Sonne     7/15

Es sind 34 Grad im Schatten, die Sonne brüllt vom Himmel und selbst das wehende Lüftchen ist mehr als nur lauwarm.

Bei diesen Temperaturen ist nur noch der harte Kern auf dem Wasser, Gerd und ich gehören dazu.

Im Schweiße unseres Angesichts wird das Auto entladen, das Boot scharf gemacht, alles darin verstaut und die Ruten montiert. Die nächsten 3 Stunden geht es zur Klopftour auf den See. Unter den mitleidigen Blicken der Freizeitler verlassen wir das Ufer in Richtung uns bekannter Fanggründe.

Nach längerer Fahrt manövrieren wir in unserem Zielgebiet. Die Ruten werden mit 10 Tauwürmern und spezial behandelten Calamari bestückt, wobei wie immer gute Laune beim öffnen des Glases mit dem pikanten Inhalt aufkommt.

Das passende Holz ausgesucht, Handgelenk lockern und die ersten "Plopps" schallen zum Gewässergrund.

Schon die erste Serie bringt Leben auf den Bildschirm. Mehrere Sicheln steigen energisch vom Boden auf.

Noch ist es aber still an den Ruten. Fleißig schwimmen die Sicheln auf Köderhöhe und tauchen wieder zum Grund.

In der zweiten Drift kommen die ersten beiden Bisse, jedoch gehen sie ins Leere. Neue Drift neues Glück. Wieder ein kurzer Anfasser an einer Rute, Feierabend. Also Rollen etwas nachjustieren und weiter geht der muntere Reigen auf dem Echolot.

Kurz darauf ruckt es erneut. Die Rolle gibt knarrend Schnur frei und die Rutenspitze verschwindet im Bogen unter Wasser.  Rute in die Hand und der Kampf beginnt.

Der Fisch zieht zum Grund, schlägt mit aller Macht und reißt die Schnur von der Rolle.

Jetzt ändert der Wels seine Taktik und zieht unter das Boot, was bei einer Schlauchbootlänge von 3,20 m nicht wirklich hinderlich für uns ist. Als letzter Schachzug folgt ein torpedogleicher Sprung des Fisches aus dem Wasser. Auch Waller können springen, daher immer für eine straffe Schnur mit Fischkontakt sorgen.

 

Nach dieser Einlage wird er zum Boot dirigiert und per Wallergriff sicher gelandet.

Kein Riese, aber  unser Plan hat wieder einmal gegriffen.

Voraussetzung für den Erfolg dieses Fischens, ist neben der Handhabung eines geeigneten Wallerholzes und einem  entsprechenden Echolot, auf dem Fische und deren Bewegungen gut dargestellt werden können, auch ein wendiges Boot. Wir benutzen seit Längerem

die Schlauchboote  von "mission-craft" und sind in jeder Lage damit zufrieden.

In der nächsten Drift, keine 20 Minuten später, geht  erneut ein Ruck durch die Rute und wieder gibt die Rolle knarrend etwas Schnur frei.

Der nächste Drill steht an und nach ein paar Minuten wird auch dieser Waller sicher gelandet.


Die Hitze drückt uns immer noch erbarmungslos ins Boot, alle Getränke sind lauwarm geworden und gewisse Bedürfnisse wollen nun auch erledigt werden. Ab Richtung Ufer, etwas erholen, Kraft tanken und eine Weile später lassen wir das Wasser hinter uns.