Das Pilotprojekt zur Blaualgenbekämpfung geht in die zweite Runde

Die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen setzt das Pilotprojekt zur Verbesserung der Wasserqualität an der Talsperre Quitzdorf fort. Am 27.05.2013 begann ein Vorversuch für die zweite Etappe der Phosphatfällung. Dabei sollte die Spezialtechnik für die Ausbringung des Fällmittels eingestellt werden. Um die Algenbekämpfung zu optimieren, wird die Phosphatfällung erst durchgeführt, wenn die Randbedingungen dafür erfüllt sind. Dies ist unter anderem abhängig vom ph-Wert des Wassers.

Quelle: MOVAB GmbH
Quelle: MOVAB GmbH

Im November letzten Jahres wurde die erste Etappe des Pilotprojektes durchgeführt. Dabei brachte ein Spezialschiff Aluminiumsulfat in den Stausee ein. Das Aluminiumsulfat bindet Phosphor, der für das Wachstum von Blaualgen verantwortlich ist. Der gebundene Nährstoff sinkt zu Boden und deckt dort die vorhandenen Sedimente ab. Ist der Phosphor einmal mit Aluminiumsulfat gebunden, wird er nicht mehr freigesetzt und steht somit den Blaualgen nicht mehr akls Nährstoff zur Verfügung.

Quelle: LTV
Quelle: LTV

Begleitet wird das Pilotprojekt von einem umfangreichen Monitoringprogramm. Darin wird untersucht, welche Auswirkungen die Phosphatfällung auf die Wasserqualität der Talsperre  Quitzdorf hat. Erste Rückschlüsse aus der Behandlung 2012 bestätigen eine positive Wirkung. Um jedoch zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen, sind Messungen über einen längeren Zeitraum bei verschiedenen Randbedingungen erforderlich. Daraus werden dann weitere Verfahrensschritte abgeleitet.

Damit die Nährstoffe aus dem Einzugsgebiet gar nicht erst in die Talsperre gelangen, sind zusätzliche gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten aus Verwaltung, Landwirtschaft und Fischereiwirtschaft nötig. Dazu fand im April eine erste Arbeitsgruppensitzung unter dem Vorsitz des Landratsamtes Görlitz statt, bei der erste Schritte besprochen wurden.

 

Quelle: Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen

Das Echolotbild wurde etwa eine Woche vor dem Vatertag 2013 aufgenommen.

Im oberen Bereich sind weiterhin deutlich die Blaualgen zu erkennen. Im Unterschied zum letzten Jahr, sind sie allerdings braun gefärbt. Zur Zeit sorgt auch das Wetter dafür, das sich diese Plagegeister nicht ausufernd vermehren.